Epidemie der Wahrheit

Die Geschichte zur Geschichte

 

Besteht ein Zusammenhang zwischen meinem Roman Epidemie der Wahrheit und der aktuellen Corona-Pandemie? Hat sie mein Buch inspiriert? Keineswegs, denn dessen Rohfassung habe ich im Jahr 2012 geschrieben.

Da lag meine Mutter auf dem Sterbebett, nachdem meine Frau und ich sie jahrelang gepflegt und betreut hatten, damit sie ihre letzte Lebenszeit in den eigenen vier Wänden verbringen konnte.

 

Nun brauchten Frau und Tochter eine Auszeit und gönnten sich einen mehrmonatigen Aufenthalt bei der Familie meiner Frau. Ich war also allein mit meiner sterbenden Mutter. Nur der Pflegedienst kam regelmäßig vorbei, zwischendurch auch der Hausarzt.

 

In dieser Zeit des Wartens entschloss ich mich, mein lang gehegtes Buchprojekt in Angriff zu nehmen.

Der Plot war mental schon längst vorhanden, so dass das Schreiben recht leicht von der Hand ging.

Rasch stellte sich auch eine Schreibroutine ein mit festen Arbeitszeiten: Ich nutzte die Stille der zweiten Hälfte der Nacht.

Ab und zu wurde diese durch das Röcheln meiner Mutter im Nebenraum unterbrochen.

 

Schließlich musste sie ins Spital und das Haus war nun ganz leer.

Ich blieb bei meiner Routine und schrieb weiter.

Dann starb meine Mutter.

Als Frau und Tochter zurückkamen, war zwar die Rohfassung des Romans abgeschlossen, aber jetzt galt es, die Zukunft der Familie neu zu planen.

Damit rückte das Buchprojekt völlig in den Hintergrund.

Bis acht Jahre später der Lockdown der ersten Corona-Welle mir die Gelegenheit verschaffte, mich erneut mit dem Buch zu befassen. Aus dieser zeitlichen Perspektive waren die Mängel der Rohfassung offensichtlich und es begann eine intensive Zeit der Überarbeitung.

Das Lektorat brachte weitere Schwächen zum Vorschein, was eine abermalige Überarbeitung zur Folge hatte.

Jetzt ist das Buch veröffentlicht und die zweite Corona-Welle schwappt über die Welt.

Ob diese Pandemie doch Stoff werden könnte für einen Band 2?

©olivermey

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